Zur Historie des Bännjerrücks

Zur Historie des Bännjerrücks

Blicken wir zurück in die Zeit, als sich die ersten Menschen dem dünn besiedelten Pfälzerwald näherten

- in eine Zeit als in Kaiserslautern für die durchreisenden Adeligen der erste Königshof am Altenhof errichtet wurde. Die nur wenigen hundert Bewohner kümmerten sich um den Erhalt des Königshofes und den damals schon vorhandenen Markt. Ab der Zeit um 400 bis ins 15. Jahrhundert hinein hatte Kaiserslautern gerade mal halb so viele Einwohner, wie heute in unserem Stadtteil wohnen.

Unter Pfalzgraf Casimir sollen es sogar nur 2000 Einwohner gewesen sein. Bis ins Jahr 1800 blieb die Einwohnerzahl konstant bei etwas über 3000, erst danach begann der Bevölkerungszuwachs. 1850 waren es rund 9000, bis 1870 hatte sich die Zahl verdoppelt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebten in Kaiserslautern über 48 000 Menschen, deren Zahl bis 1939 auf 65 000 anwuchs, 1956 zählte man in Kaiserslautern 84 000 Einwohner. Damit war auch die Kapazität an vorhandenem Baugebiet erschöpft. In der Zeit des damaligen SPD Oberbürgermeisters Dr. Sommer wurden neue Baugebiete erschlossen. Dazu zählte auch der Bergrücken zwischen der Pariser Straße und der Hohenecker Straße. Dies war die Geburtsstunde des Wohnens auf dem Bännjerrück.

Warum heißt unser Wohngebiet aber Bännjerrück? Bereits vor 1400 Jahren führte ein direkter Fußweg für die Einwohner von Bann und Umgebung über den bewaldeten Bergrücken im Westen unserer Stadt nach Kaiserslautern. Auch die Anhänger des Franz von Sickingen in unserer Stadt machten sich umgekehrt diesen Weg zunutze um sich in der Gegend von Bann den Rebellen anzuschließen, die in Fehde mit den Landesherren und dem Bistum Trier lagen. Schon vor 1920 benannte man eine Straße die in Richtung auf den Bergrücken führte Bännjer Pfad später Bännjer Straße. 1950 erfolgte die Bebauung „Auf dem Bännjerrück“ am Rauschenweg an der Dachsdelle und am Römerweg. Hier führte früher eine breite Furt bis zur Hohenecker Straße die zum Viehtrieb benutzt wurde.

Bereits um 1899 war diese Gegend als Triftstraße bekannt. 1955 folgte die Bebauung der Hochwaldstraße, Am Rabenfels, Sickinger Straße, Stresemann Straße und Paul-Münch-Straße. 1960 wurde die Damaschkestraße und Perlenbergstraße benannt. Ab 1963 wurden die Dresdener, Leipziger, Hallesche, Jenaer, und Magdeburger benannt – die im Volksmund DDR-Viertel genannt wurden. 1965 folgten die Dessauer, Eisenacher, Erfurter, Meißner, Merseburger, Naumburger, und Wittenberger Straße. Als letzte wurde die Gothaer Straße benannt. Die Karl-Pfaff-Siedlung wurde bis 1955 von einer Baugenossenschaft mit Unterstützung der Firma Pfaff mit Eigentums-Familienhäusern bebaut

Autor: Heinz Stühn

 

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