Brandenburger Straße

Brandenburger Straße

Dass gerade diese unwirtliche unbewohnte Straße, die als Autozubringer ab dem Gaswerk zur Pariser Straße angelegt wurde,

nach unserer Partnerstadt Brandenburg benannt wurde, kann man nur als Fehlgriff bezeichnen. Dies wird der Bedeutung einer Städtepartnerschaft, die seit 1988 besteht nicht gerecht. Die Stadt Brandenburg die der umliegenden Mark den Namen gab, existiert mit einer Ansiedlung der Semnonen seit germanischer Zeit. Die Heveller, die auf der Kuppe des Marienberges ein Bild der dreiköpfigen Hauptgottheit errichtet hatten, bauten auf der heutigen Dominsel die Hauptburg Brennabor. Im Zuge seiner Ostpolitik eroberte 928 König Heinrich mit seinen Sachsen die Burg. Im Jahr 948 wurde durch Otto I das Bistum Brandenburg begründet. 1157 eroberte der Askanier Albrecht der Bär die Heveller-Feste und gründete die Markgrafenschaft Brandenburg. Aus den Siedlungszellen entwickelten sich 1170 die Altstadt und 1200 die Neustadt. Aus der ersten Gründerzeit stammt der romanische Dom St. Peter und Paul von 1165, ihm folgte 1475 die St. Gotthards-Kirche, eine dreischiffige Hallenkirche aus Backstein. Die Stadt war bis 1518 Mitglied der Hanse, wurde Bischofssitz, war Fernhandelszentrum und für die Mark die entscheidende Instanz in Rechtsfragen. Im Mittelalter war die Stadt Zentrum der Tucherzeugung. Mit den Hohenzollern begann die Bedeutung Brandenburgs abzunehmen und Berlin-Cölln wurde Residenz. Zwischen 1536 und 1555 setzte sich die Reformation durch. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Brandenburg stark zerstört. Ein neuer Aufschwung kam erst wieder im 18. Jh., als der Ort Garnisonsstadt für die preußische Armee wurde. Mit dem Anschluss an die Bahnlinie Potsdam-Magdeburg begann für Brandenburg das Industriezeitalter. Hauptindustriezweig war ab 1870 die Metallverarbeitung, 1913 wurde das erste Walzwerk errichtet. Durch Bombenangriffe im Jahr 1945 erlitt die Stadt schwere Zerstörungen. 1950 wurde mit dem Wiederaufbau begonnen. Der Wasserreichtum in und um Brandenburg bietet viele Möglichkeiten für Wassersport und Freizeit. Brandenburg war zu DDR Zeiten Stadtkreis im Bezirk Potsdam mit 95 000 Einwohnern. Seit 1990 ist Brandenburg Kreisstadt im Bundesland Brandenburg. Die Stadt an der Havel hat heute wieder ca. 70 000 Bewohner. Die Hauptstadt des Bundeslandes Brandenburg ist Potsdam.


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