Hallesche Straße (ep)

Hallesche Straße

Die im Saaletal gelegene Stadt Halle war zum Zeitpunkt der Benennung ein Chemieschwerpunkt

der DDR Industrie mit Braunkohle-, Kali- und Salzgewinnung. Zu diesem Zeitpunkt hatte Halle 236 000 Einwohner und war Stadtkreis im Bezirk Halle. Nach der Wende im Jahr 1990 und einer Gebietsreform wuchs die Einwohnerzahl mit Vororten auf 445 000 an. Heute ist Halle Regierungshauptstadt des Bezirks Halle und gehört zum Bundesland Sachsen-Anhalt. Die Geschichte der Stadt Halle begann mit der Salzgewinnung. Nach der Besiedlung durch die Germanen bis in das 7. Jh. war es die slawische Landnahme, die für eine verstärkte Salzgewinnung sorgte. Im Jahre 806 ließ Karl der Große zum Schutz des Saaleüberganges das Kastell Halla errichten. Im 12. Jh. wurde die Stadt mit einem Mauerring umgeben. Dem Bürgertum gelang es, vom Magdeburger Erzbischof unabhängig zu werden. Die Stadt schloss sich der Hanse an. Eine als gotische Residenz errichtete Burg ist bis heute erhalten. Während des Dreißigjährigen Krieges wurden große Teile der Stadt zerstört. Dem prunkliebenden Kardinal Albrecht verdankt Halle das geschlossene Bild des Marktes. 1694 erlebte Halle mit der Gründung der Universität einen kulturellen Aufschwung durch Kurfürst Friedrich von Brandenburg. Erst seit Mitte des 19. Jh. begann die Stadt mit der Industrialisierung ihre Grenzen zu sprengen. Halle wurde in wenigen Jahrzehnten eine Groß- und Industriestadt. Am 31. März 1945 wurden bei einem Bombenangriff große Teile der Stadt zerstört. In den sechziger Jahren erhielt Halle durch Sanierungsmaßnahmen ein völlig verändertes Gesicht. Die etwa sechs Kilometer lange Aue an der Saale ist das schönste Naturerholungsgebiet der Stadt. Unterhalb des Hallmarktes liegt die 1722 gegründete königliche Saline. Die Salzgewinnung ist seit 1964 eingestellt. Heute wird im Halorenmuseum über die frühere Salzgewinnu8ng informiert. Glockenturm in Halle Eng verknüpft mit Halle ist der Name Georg Friedrich Händel, der hier 1685 geboren wurde und seine Kindheit und Jugend verlebte. Auf dem Marktplatz steht das 1859 erbaute Händeldenkmal. Er starb 1759 in London. Seit 1952 sind der Pflege seiner Musik die im Juni stattfindenden Händelfestspiele gewidmet. Den Marktplatz überragen fünf Türme, wobei der 84 m hohe „Rote Turm“ ein freistehender Glockenturm ist.


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