Jenaer Straße (ep)

Jenaer Straße

Die Stadt Jena zu beiden Seiten der Saale ist von 350 Meter hohen Kalksteinhügeln umgeben,

von denen man einen schönen Blick auf die Stadt hat. Das Stadtwappen zeigt den Drachentötenden Erzengel Michael, den Schutzpatron der Hauptkirche. Er hält in der linken Hand ein Löwenschild, Symbol für die Herrschaft der Markgrafen von Meißen. Eine blaue Traube weist auf einen Haupterwerbszweig der Stadt hin. Weltberühmt wurde die Stadt jedoch durch das feuerfeste Jenaer Glas und das Carl Zeiss-Werk. Erstmals 881 erwähnt, erhielt der einst "Jani" genannte Ort 1332 die Stadtrechte. Ein Jahr vorher war der Ort, der in einem sumpfigen, eher siedlundsfeindlichen Gebiet lag, an die Wettiner gefallen. Die Universität, die sich 1558 von einem Gymnasium zu einer der besten Universitäten des Landes entwickelte, hat die kulturelle Entwicklung der Stadt weitgehend geprägt. Während der Reformation wurde sie unter Mathias Flacius Mittelpunkt der lutherischen Lehre. Bereits 1706 gab es 1800 Studierende, so viel wie an keiner deutschen Universität. Um Hörsäle zu schaffen, baute man Weinbauerngehöfte zu Professorenhäusern um, in denen die Studenten auch wohnen konnten. Bedeutende Persönlichkeiten besuchten die Jenaer Universität oder lehrten dort. Friedrich Schiller war Geschichtsprofessor, als er 1794 Freundschaft mit Goethe schloss. Unter Johann Gottlieb Fichte, Friedrich Wilhelm Schelling und Georg Friedrich Hegel wurde die Universität eine Hochburg der deutschen Philosophie. In Jena gründete man auch 1815 die Deutsche Burschenschaft. Im Jahre 1841 promovierte Karl Marx an der Universität. 1741 kam die Stadt zu Sachsen-Weimar und 1920 zu Thüringen. Hatte Jena Mitte des 16. Jahrhunderts noch 4500 Einwohner, hat sich diese Zahl bis 1871 kaum verdoppelt. In 1939 waren es bereits 70 000 Einwohner, begünstigt durch das rasche Wachstum. Jena nahm hinter Leipzig den zweiten Platz auf dem Gebiet der Buchherstellung ein. Am 14. Oktober 1806 besiegte Napoleon die Preußen in der Doppelschlacht von Jena und Auerstedt. In Jena befinden sich das Zentralinstitut für Erdbebenforschung, eine Sternwarte, eine Optikerfachschule, ein Planetarium und ein botanischer Garten. Nach dem zweiten Weltkrieg war Jena im Oktober 1945 die erste Stadt in der damaligen sowjetischen Besatzungszone, die eine Zulassung für die Aufnahme des Lehrbetriebes an der Universität bekam. Bis 1990 war Jena ein Stadtkreis im Bezirk Gera, danach wurde Jena Stadtkreis im Bundesland Thüringen mit über 100 000 Einwohnern.


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