Rostocker Straße (ep)

Rostocker Straße

Die Stadt hat ihren Namen aus dem Slawischen. Roztoc bedeutet soviel wie Flussverbreiterung.

Die Warnow, die nördlich von Parchim entspringt, verbreitert sich in ihrem Unterlauf von 50 auf 600 Meter. Nach der Zerstörung der ersten slawischen Ansiedlung, der Fürstenburg Roztoc östlich der Unterwarnow, durch den Dänenkönig Waldemar im Jahre 1161, waren es Siedler aus Niedersachsen, dem Rheinland und Westfalen, die sich an der Warnow niederließen. Im Jahre 1218 erhielt der ursprüngliche Stadtkern am heutigen Markt die Stadtrechte. Im Jahre 1323 wurde das ehemalige Fischerdorf Warnemünde eingemeindet. Der Aufschwung der Stadt kam im 14. und 15. Jahrhundert als Rostocker Koggen, die breit gebauten Segelschiffe mit einem Gewicht von etwa 300 bis 600 Tonnen, Getreide und Bier nach Skandinavien transportierten. Während des Dreißigjährigen Krieges besetzten abwechselnd die Schweden und die Truppen des römisch-deutschen Kaisers Ferdinand II. unter Führung Wallensteins die Stadt. Der Westfälische Friede beraubte Rostock seiner Partnerstädte Wismar, Stralsund, Greifswald und Stettin. Im Nordischen Krieg 1700 -1721 plünderten dänische und schwedische Truppen die Stadt. Im Siebenjährigen Krieg besetzten die Preußen die Stadt. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erlebte Rostock einen wirtschaftlichen Aufschwung, als hier der erste deutsche seegehende Schraubendampfer aus Eisen gebaut wurde. Im Zweiten Weltkrieg zerstörten Bomben über 40 Prozent der Stadt. Erst 1953 begann man mit dem Wiederaufbau, der sich zunächst auf die Innenstadt mit der Langen Straße konzentrierte. Hier entstand unter Verwendung von Stilelementen der Backsteingotik und unter Einbeziehung der ehemals 22 Stadttore, von denen das Kröpeliner Tor aus dem Jahre 1280 das älteste ist, und erhaltener Wallanlagen, ein sehenswertes Stadtviertel. Der Stadtteil Warnemünde zieht jährlich hunderttausende Badegäste an. Sehenswert sind die Marienkirche (13. Jahrhundert), die Nikolaikirche (14. Jahrhundert), die Jakobikirche und das Rathaus (beide aus dem 15. Jahrhundert). Anziehungspunkte sind die 530 Meter lange Mole und der 1898 gebaute Leuchtturm. Bis 1990 war Rostock Stadtkreis im Bezirk Rostock mit 242 000 Einwohnern und der wichtigste Überseehafen der DDR. Seit der Wende ist Rostock eine kreisfreie Stadt im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern mit den Schwerpunkten Hochseefischerei, Schiffs- und Reparaturwerften.


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